Der Assetmanager für eine Welt im Wandel
BNP PARIBAS ASSET MANAGEMENT - Strategie Epargne 1400x300
  • Home
  • Nehmen die Falken jetzt die steigenden Assetpreise ins Visier?

Nehmen die Falken jetzt die steigenden Assetpreise ins Visier?

Blick auf die Welt, Market commentary, Wöchentliches Strategie-Update

Colin HARTE
 

Notenbanken jetzt im Blickpunkt, nachlassende Aktienmarktdynamik

Bitte beachten Sie, dass dieser Beitrag Fachausdrücke enthält. Er eignet sich daher nicht für Leser ohne professionelle Investmenterfahrung.

ZUSAMMENFASSUNG

  • Achten die Notenbanken jetzt auf Assetpreise statt auf Inflation?
  • Asset-Allokation: Gute Aussichten für US-Immobilien

Die Aktienmarktdynamik hat letzte Wochen nachgelassen; die wichtigsten Indizes hielten ihre Allzeithochs nicht. Die Vorträge von EZB-Präsident Draghi und Gouverneur Carney von der Bank of England beim EZB-Forum im portugiesischen Sintra letzte Woche ließen die Investo-ren nicht kalt. Aus unserer Sicht nach haben sie Draghis Äußerungen über eine mögliche An-passung der expansiven EZB-Geldpolitik als Hinweis auf eine Straffung (miss-)verstanden, was zu einem Ausverkauf von Anleihen und Aktien führte. Dennoch bleibt die Marktvolatilität auf einem Rekordtief. Im Euroraum nahm die Kerninflation zu und der deutsche Geschäftsklimain-dex stieg auf ein Allzeithoch (vgl. Abbildungen). Auf der anderen Seite des Atlantiks wurde das US-Wirtschaftswachstum im 1. Quartal leicht heraufrevidiert, auf 1,4% (annualisiert).

HABEN SICH DIE REAKTIONSFUNKTIONEN DER NOTENBANK GEÄNDERT?

Letzte Woche trafen sich die europäischen Notenbanker zu ihrer Konferenz in Sintra, dem eu-ropäischen Pendant zur jährlichen Jackson-Hole-Konferenz der Fed. Man diskutierte über den Umgang mit der anhaltend niedrigen Inflation und den steigenden Assetpreisen. Bis jetzt be-mühte sich die EZB ihrem Auftrag gemäß vor allem darum, die Inflation auf knapp unter 2% steigen zu lassen. Doch die expansive Geldpolitik der letzten Jahre war nicht erfolgreich; das Inflationsziel wurde regelmäßig unterschritten. Allerdings hat die Geldpolitik für einen drasti-schen Anstieg der Assetpreise gesorgt, deutlich über ihren fairen Werten.

Vielleicht achten die Notenbanken jetzt nicht mehr so sehr auf die Inflation und gehen stattdes-sen behutsam gegen die Assetpreisinflation vor, damit keine Preisblasen entstehen. Sie müss-te ihre Geldpolitik dann straffen, obwohl die Inflation die offiziellen Zielwerte nicht erreicht. Bei einer solchen Änderung der Reaktionsfunktion würde die EZB die Straffung der Geldpolitik nur bei steigenden Deflationsrisiken beenden.

Die Wende der EZB lässt sich aber auch dahingehend interpretieren, dass die EZB rechtzeitig handeln will, um einen drastischen Inflationsanstieg und eine Überhitzung der Wirtschaft zu verhindern. All dies lässt vermuten, dass die Notenbanken über eine mögliche Änderung ihrer Politik nachdenken. Auf die Märkte könnte dies große Auswirkungen haben.

ASSET-ALLOKATION: US-IMMOBILIEN MIT POTENZIAL

Wir halten amerikanische Aktien für stärker überbewertet als europäische. Da britische Titel stärker mit den USA korreliert sind, sind wir im Euroraum gegenüber Großbritannien überge-wichtet. Damit tragen wir auch der Tatsache Rechnung, dass wir für britische Aktien wesentlich pessimistischer sind als der Marktkonsens.

Ganz anders ist die Lage am Immobilienmarkt. Europäische Immobilienaktien haben in diesem Jahr viel hinzugewonnen, während die Performance amerikanischer Titel deutlich schwächer war (vgl. Abbildung). Da wir für die kommenden Monate einen Trendwechsel erwarten, sind wir in amerikanischen Immobilien jetzt übergewichtet – denn wir rechnen mit wachsender Nachfra-ge bei einem begrenzten Angebot. Das Durationsrisiko haben wir neutralisiert, indem wir US- Staatsanleihen zum Ausgleich jetzt untergewichtet haben.

Überbewertet scheinen High-Yield-Anleihen. Insbesondere glauben wir, dass sie noch nicht stark genug auf den jüngsten Ölpreisrutsch und das Risiko von Zahlungsausfällen im amerika-nischen Energiesektor reagiert haben. Etwa 30% des High-Yield-Markts entfallen auf dieses Segment.

Dollardenominierte Emerging-Market-Anleihen halten wir gegenüber Lokalwährungsanleihen für überbewertet. Wir sind deshalb in Lokalwährungsanleihen gegenüber dollardenominierten Anleihen übergewichtet. Damit dürften wir auch von Währungsgewinnen profitieren, wenn viele zurzeit sehr billiger Emerging-Market-Währungen wie von uns erwartet aufwerten.

 

Redaktionsschluss: 3. Juli 2017

 

20170703_graph_ger

Mehr zu diesem Thema

BNP PARIBAS ASSET MANAGEMENT - Selection 1 1440x300
Januar 26, 2018 3 min
Blick auf die Welt, Investment Insight, Wöchentliches Strategie-Update
BNP PARIBAS ASSET MANAGEMENT - Strategie Epargne 1400x300
Dezember 13, 2017 4 min
Blick auf die Welt, Market commentary, Wöchentliches Strategie-Update
BNP PARIBAS ASSET MANAGEMENT - AC diversification 1440x300
November 30, 2017 3 min
Blick auf die Welt, Market commentary, Wöchentliches Strategie-Update