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Factor Investing

Factor Investing ist ein rationaler Investmentansatz, der dem Anleger eine bessere Möglichkeit der Risikokontrolle bietet. Emotionen und persönliche Einschätzungen, die häufig zu Fehlentscheidungen führen, sollen durch systematische Ansätze ersetzt werden.

Überblick

  • Beim Factor Investing werden Aktien oder Anleihen nach Kriterien ausgewählt, die das Potenzial aufweisen, über einen längeren Zeitraum einen stabilen und nachhaltigen Wertzuwachs zu erzielen.
  • Die entwickelten quantitativen Modelle ermöglichen einen Portfolioaufbau, bei dem Wertpapiere nach den vier Faktoren oder Managementstilen ausgewählt werden, die auf den Fundamentaldaten der Unternehmen (Quality & Value) und empirischen Erkenntnissen (Low Volatility & Momentum) beruhen.
  • Durch den systematischen und transparenten Ansatz werden Verzerrungen der subjektiven Wahrnehmung reduziert, und damit ein rationalerer Investmentansatz sowie eine bessere Kontrolle von Risiko und Wertentwicklung gewährleistet.

Ob wir es wollen oder nicht, unsere Entscheidungen sind oft mit einer gewissen Irrationalität behaftet, was insbesondere an der bedeutenden Rolle von Emotionen bei der Wahrnehmung unserer Umwelt und der Bewertung verschiedener Szenarien liegt. Dies ist insbesondere bei Anlageentscheidungen der Fall.

Faktoren – ein Weg zu einem rationaleren Investitionsansatz

Um emotional geprägte Entscheidungen zu vermeiden, wurden rein systematische Managementansätze entwickelt. Sie basieren auf der Verwendung quantitativer Modelle des Portfolioaufbaus, bei denen Wertpapiere nach verschiedenen Faktoren ausgewählt werden. Diese Faktoren entsprechen Kriterien wie Volatilität oder Finanzdaten, führten bei der Auswahl der Wertpapiere in wissenschaftlichen Forschungen zu einem besseren Rendite-Risiko-Profil als die herkömmlichen Indizes. Man spricht hier von faktorbasierten Investitionen oder Factor Investing.
Diese Faktoren ähneln den großen „Anlagestilen“ der diskretionären Manager. Durch den Einsatz einer systematischen Methodik kann jedoch einerseits die Subjektivität beseitigt werden, die menschlichen Analysen innewohnt, andererseits können dadurch die Anlagehorizonte mehrerer hundert oder gar Tausender Wertpapiertitel effizienter und homogener verarbeitet werden.
Schließlich sind die 4 Faktoren, die wir gewählt haben, an erklärbare Konzepte geknüpft, die sich auf eine wirtschaftliche Begründung stützen und sich gegenseitig ergänzen: Quality, Value, Low-Risk und Momentum.

Faktorbasierte Investitionen: ein neuer Portfoliomanagementansatz

Smart Beta, und insbesondere Factor Investing, befindet sich an der Schnittstelle von drei bereits etablierten Managementstilen:

  • Das indexorientierte Management durch die Anwendung vordefinierter und transparenter Regeln beim Portfolioaufbau
  • Das diskretionäre Management durch Research von langfristigen Performancevektoren und von wirtschaftlich begründeten Faktoren
  • Das quantitative Management, dessen angewandte Methoden mehrere Vorteile bieten:
  • Eine Objektivität der Anlageentscheidungen
  • Die Möglichkeit einer historischen Bewertung des Verhaltens der Faktoren
  • Die Anwendbarkeit auf breite Anlageuniversen
  • Die Möglichkeit einer Feinsteuerung des Risikos

Dieser faktorielle Ansatz erfreut sich bei Investoren zunehmender Beliebtheit, da er ein effektives, transparentes und systematisches Engagement in Faktoren ermöglicht, die als Performancetreiber der Märkte gelten.
Der Wert der Anlagen und ihre erzielten Erträge können sowohl steigen als auch fallen. Es besteht die Gefahr, dass der Anleger seinen ursprünglichen Anlagebetrag nicht in voller Höhe zurückerhält.

Unsere faktorbasierten Anlagestrategien

Strategie Low Volatility

Strategie Guru ™

Strategie DEFI

Der Low-Volatility– oder Niedrigvolatilitätsansatz konzentriert sich bei der Titelauswahl auf einen einzigen Faktor: eine niedrige Volatilität. Dieser Faktor beruht auf der kontraintuitiven Beobachtung, dass sich bei Aktienanlagen das Eingehen von Risiken nicht lohnt und dass eine Auswahl der am wenigsten risikobehafteten Wertpapiere gewöhnlich im Durchschnitt ein besseres langfristiges Risiko-Rendite-Verhältnis bietet. Diese Strategie zielt darauf ab, die Volatilität des Portfolios (das Risiko) zu reduzieren und dabei die Auswirkungen von Marktrückgängen zu begrenzen sowie von Aufwärtsphasen zu profitieren. Die Strategie GURU ™ wird als Fundamentalansatz definiert, der auf starken Überzeugungen beruht und sich auf drei Faktoren stützt: Qualität (Quality), Bewertung (Value) und Momentum. Diese Investitionsmethode orientiert sich an den Techniken, die seit fast einem Jahrhundert von berühmten Vermögensverwaltern (Benjamin Graham, Warren Buffett, Peter Lynch etc.) angewandt werden, daher der Name Guru ™. Die Titelauswahl erfolgt nach der so genannten Best-in-Class-Methode, die darin besteht, die Wertpapiere nach den drei Faktoren zu bewerten und diejenigen mit der höchsten Gesamtnote auszuwählen. Der DEFI-Ansatz (Diversified Equity Factor Investing) ist ein Multifaktor-Ansatz, der auf vier Schlüsselfaktoren des Aktienmarkts beruht: Qualität, Bewertung, niedrige Volatilität und Momentum. Die Besonderheit dieses Ansatzes liegt darin, ein ausgewogenes Engagement in die Faktoren zu bieten, indem bei jedem dieser 4 Faktoren dasselbe Risikobudget eingehalten wird, sowie darin, die wichtigsten Risikoparameter des Portfolios – Beta und Tracking Error – feinsteuern zu können.

Faktorbasiertes Investieren ist daher ein besonders effizienter Ansatz bei der Titelauswahl, sowohl an den Aktien- als auch an den Anleihenmärkten (Staats- und Unternehmensanleihen).

Der Wert von Anlagen und der damit erwirtschaftete Ertrag können sowohl steigen als auch fallen. Es kann sein, dass Anleger den ursprünglich investierten Betrag nicht zurückerhalten.
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