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Euro-Aufwertung nach faktischer Änderung der Geldpolitik

Blick auf die Welt, Market commentary, Wöchentliches Strategie-Update

 

Asset-Allokation weitgehend unverändert

Bitte beachten Sie, dass dieser Beitrag Fachausdrücke enthält. Er eignet sich daher nicht für Leser ohne professionelle Investmenterfahrung.

ZUSAMMENFASSUNG

  • USA: Fed überrascht mit milden Äußerungen
  • Rohöl: Erholung in Sicht?
  • Draghi: Taube für Anleiheninvestoren, Falke für den Euro?
  • Aktien- und Anleihemärkte: Noch immer unterschiedliche Konjunktureinschätzungen
  • Asset-Allokation: Keine wesentlichen Änderungen

An den Aktienmärkten verlief die Woche uneinheitlich. Unterdessen gingen die Renditen weiter zurück, da die Anleiheninvestoren jetzt eine weniger rasche Straffung der Geldpolitik erwarten. An den Währungsmärkten wurden Draghis Äußerungen nach der Ratssitzung am 20. Juli als Hinweis auf eine straffere Geldpolitik interpretiert – sodass der Euro aufwertete, was vielen europäischen Börsen schadete. Aus Sicht der Anleiheinvestoren hatte sich der EZB-Präsident hingegen wesentlich milder geäußert. Die leichte Verschlechterung einiger US-Daten bestärkte die Anleger in der Auffassung, dass der Offenmarktausschuss die Geldpolitik möglicherweise nicht so schnell strafft wie bislang vermutet.

Damit hat sich der Abstand zwischen der Geldpolitik in den USA und im Euroraum faktisch verändert. Der Euro wertete weiter gegenüber dem US-Dollar und anderen wichtigen Währungen auf.

Draghi: Taube für Anleiheinvestoren, Falke für den Euro?

Auf der EZB-Pressekonferenz am 20. Juli betonte Draghi erneut die anhaltende Stärke des Konjunkturaufschwungs im Euroraum. Er wies aber auch darauf hin, dass die EZB die Wirtschaft bei Bedarf weiter stützen kann. Vage blieb er hingegen bei der Frage, ob die EZB auf eine zu hohe Inflation anders reagiert als auf eine zu niedrige (asymmetrische Reaktionsfunktion).

An den europäischen Anleihemärkten interpretierte man Draghis Äußerungen eher als Hinweis auf eine lockere Geldpolitik, sodass die deutsche Zehnjahresrendite um sechs Basispunkte fiel. An den Währungsmärkten achtete man unterdessen weniger auf die Geldpolitik selbst als darauf, wie sie sich zur US-Geldpolitik verhält. Folglich nahm man hier eher eine Straffung wahr, sodass der handelsgewichtete Euro stieg, was wiederum europäischen Aktien schadete. Unserer Ansicht nach wird dies das symmetrische Inflationsziel der EZB auf die Probe stellen, da die angestrebten 2% so noch stärker unterschritten werden können.

Aktien- und Anleihemärkte: Noch immer unterschiedliche Konjunktureinschätzungen

An den Finanzmärkten wurden die Konjunkturaussichten an den Aktien- und Anleihemärkten in diesem Jahr meist unterschiedlich eingeschätzt. An den Aktienmärkten war man für die Weltwirtschaft meist optimistischer, sodass die Kurse stark zulegten. An den Anleihemärkten war der Ausblick verhaltener, sodass die Kurse hier ebenfalls deutlich stiegen. Gerade erst gaben aber mehrere Aktien- und Anleihemärkte gleichermaßen nach – da man zweifelte, ob die Notenbanken trotz schwächerer Inflationszahlen die Geldpolitik straffen könnten, einige europäische Konjunkturdaten nachzulassen schienen und es deutlichere Hinweise auf schwächere US-Daten gab. Es schien, als würde man an Aktien- und Anleihemärkten allmählich mit einem ähnlichen Konjunkturausblick rechnen. Doch nach einer kurzen Pause schienen Aktien- und Anleihemärkte wieder von unterschiedlichen Konjunkturerwartungen auszugehen.

Asset-Allokation: Keine wesentlichen Änderungen

Im Anleihebereich behalten wir unsere weitgehend neutrale Duration aus taktischen Gründen bei. Längerfristig werden wir aber vermutlich zu einer unterdurchschnittlichen Duration zurückkehren – insbesondere in Europa, da wir glauben, dass sich die EZB als eine der ersten führenden Notenbanken für eine weniger symmetrische Reaktionsfunktion entscheidet und größeren Wert auf eine sorgfältige Finanzmarktsteuerung legt.

Kommen wir zu den anderen Strategien: Wir halten amerikanische Aktien für stärker überbewertet als europäische. Außerdem sind wir im Euroraum gegenüber den USA und Großbritannien übergewichtet. Damit tragen wir der Tatsache Rechnung, dass unsere Prognosen für die britischen Unternehmensgewinne deutlich unter den Konsensprognosen liegen. Folglich erwarten wir Mindererträge britischer Aktien gegenüber Aktien anderer wichtiger Länder.

Im Immobilienbereich sind europäische Titel in diesem Jahr stark gestiegen, während die Performance amerikanischer Titel deutlich schwächer war. Da wir für die kommenden Monate einen Trendwechsel erwarten, sind wir in amerikanischen Immobilien weiterhin übergewichtet. Wir rechnen mit einer wachsenden Nachfrage nach amerikanischen Immobilien.

High-Yield-Anleihen haben unserer Ansicht nach noch nicht ausreichend auf den jüngsten Ölpreisrutsch und das Risiko steigender Zahlungsausfälle im amerikanischen Energiesektor reagiert. An den Emerging Markets bevorzugen wir Lokalwährungsanleihen, auch um von Währungsgewinnen zu profitieren.

Redaktionsschluss: 24. Juli 2017

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