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ein Grund zur Sorge in den USA und Europa und ein wichtiger Faktor für die Geldpolitik

Blick auf die Welt, Market commentary, Wöchentliches Strategie-Update

 

Strategie: Weiter pessimistisch für den Euro

Bitte beachten Sie, dass dieser Beitrag Fachausdrücke enthält. Er eignet sich daher nicht für Leser ohne professionelle Investmenterfahrung.

ZUSAMMENFASSUNG

  • Konjunkturdaten: Fortschritte im Euroraum, aber noch zu früh für das Tapering
  • Goldilocks in den Emerging Markets: nachhaltig?
  • Asset-Allokation: Duration wieder unterdurchschnittlich

Nach einem stürmischen Sommer – mit Taifunen, Monsunen und Hurrikans – war die jährliche Jackson-Hole-Konferenz der führenden Notenbanker eher ein Sturm im Wasserglas. EZB-Präsident Draghi äußerte sich nicht, aber auch gar nicht, zum Tapering, und auch die Fed-Vorsitzende Yellen war nicht für eine Überraschung gut. Die beiden wichtigsten Zentralbankpräsidenten waren in puncto Straffung der Geldpolitik sehr zurückhaltend, da die niedrige Inflation beiderseits des Atlantiks weiter Sorgen macht. Im Euroraum sorgen ordentliche Konjunkturdaten für einen stärkeren Euro, der am Ende aber zu einer Belastung werden könnte, weil er den Exporten schadet. Auch deshalb zögert die EZB mit klaren Worten zum Tapering. Die planmäßige EZB-Ratssitzung in dieser Woche könnte sich ebenfalls als Nichtereignis erweisen; vermutlich werden wir erst später im Jahr mehr zur Geldpolitik hören. In den USA scheint man nach immer neuen enttäuschenden Inflationszahlen den nächsten Zinsschritt hinauszuzögern, und auch mit der Rückführung ihrer Bilanzsumme dürfte die Fed erst später beginnen.

Konjunkturdaten: Fortschritte im Euroraum, aber noch zu früh für das Tapering

Wie gesagt: In diesem Jahr haben sich die Konjunkturdaten im Euroraum bislang verbessert. Das Wachstum steigt und die „weichen“ Umfragedaten waren bislang recht gut. Im August überraschte der Euroraum-Geschäftsklimaindex mit beachtlichen 111,9 Punkten. Das ist der höchste Wert seit 2007 (vgl. Abbildung).

Aufgrund der stärkeren Konjunktur hat auch die Inflation zugelegt. Zugegeben: Mit 1,2% liegt sie noch immer unter dem offiziellen EZB-Ziel, aber angesichts des Anstiegs der Kernrate könnte die Notenbank schon bald eine Rückführung der Anleihekäufe bekanntgeben. Der Devisenmarkt hat das bereits vorweggenommen, sodass die Gemeinschaftswährung in diesem Jahr schon 14% gegenüber dem US-Dollar aufgewertet hat. Der EZB wurden damit Steine in den Weg gelegt. Sie zögert mit dem Tapering: Trotz der besseren Fundamentaldaten scheint EZB-Präsident Draghi keine weitere Euro-Aufwertung zu wollen – es sei denn, die Inflation geht wieder zurück.

Großbritannien und die EU scheinen jetzt etwas ernsthafter über die Brexit-Modalitäten zu verhandeln, damit am Ende keine gefährliche Zeitnot entsteht. Geschwächt durch den Ausgang der vorgezogenen Unterhauswahlen im Juni fällt es der britischen Regierung schwer, einen harten Brexit durchzusetzen. Sie sucht nach Kompromissen. Nach den Bundestagswahlen am 24. September könnte Bewegung in die Verhandlungen kommen.

Auch die Konjunkturdaten scheinen Fortschritte zu machen. Der Einkaufsmanagerindex für die Industrie stieg im August auf 56,9 Punkte, den höchsten Wert seit vier Monaten.

Goldilocks in den Emerging Markets: nachhaltig?

Für die Emerging Markets ist das derzeitige Umfeld gut, wovon auch unsere Lokalwährungsanleihenposition profitierte. Der schwache US-Dollar hat Emerging-Market-Titeln sehr genützt. Auch die niedrige US-Inflation war gut für die Schwellenländer, da weitere US-Zinserhöhungen jetzt wohl verschoben werden und die Zinsen noch länger niedrig bleiben. Hinzu kamen gute Stimmungsindikatoren und Konjunkturdaten, beispielsweise die große Nachfrage nach Industriemetallen, die zu sehr hohen Preisen geführt hat (vgl. Abbildung). Die bessere Konjunktur und der recht schwache US-Dollar waren für die Emerging Markets also günstig. Aber ist das auch nachhaltig?

Unserer Ansicht nach besteht durchaus das Risiko eines stärkeren US-Dollars, wenn sich die US-Inflation wieder beschleunigt und das die Fed zwingt, die Zinsen rascher anzuheben und die Bilanzsumme schneller zu verringern. Die gute Zeit für die Emerging Markets könnte dann bald zu Ende sein. Ein weiteres Risiko ist das absehbare Ende der chinesischen Konjunkturmaßnahmen nach dem Nationalen Parteikongress im Herbst.

Asset-Allokation: Dollar übergewichtet, Gewinnmitnahmen bei Fremdwährungsanleihen

Im Währungsbereich bleiben wir bei unserer Long-Position im US-Dollar gegenüber dem Euro. Von dieser langfristigen Position sind wir noch immer überzeugt.

Der Euro hat allerdings von den besseren Fundamentaldaten und den abnehmenden politischen Risiken zu Jahresbeginn profitiert. Der US-Dollar war zwar schwach, doch sind die schlechten Nachrichten jetzt größtenteils in seinem Kurs berücksichtigt. Wenn alle schwachen US-Zahlen und guten Euroraum-Zahlen im Wechselkurs enthalten sind, könnte sich der US-Dollar unerwartet schnell erholen,

Eine recht kleine Veränderung des Ausblicks könnte zu einer Neubewertung führen. Der offensichtliche Höchststand des Euroraum-Einkaufsmanagerindex könnte eine Veränderung der Marktstimmung einläuten. Für den Euro bleiben wir daher pessimistisch und behalten unsere Short-Position bei.

Im Anleihenbereich haben wir unsere neutrale taktische Position geschlossen. Vor der Jackson-Hole-Konferenz realisierten wir Gewinne bei der taktischen Durationsposition und kehrten zur strategischen Untergewichtung der Duration zurück. Dies gilt insbesondere für Europa, da wir glauben, dass die EZB als eine der ersten führenden Notenbanken stärker auf die Finanzmarktstabilität und ein sorgfältiges Finanzmarktmanagement achtet.

Kommen wir zu unseren anderen Strategien: Wir halten US-Aktien für stärker überbewertet als europäische Titel. In Euroraum-Aktien sind wir gegenüber den USA und Großbritannien übergewichtet – auch weil unsere Prognosen für die britischen Unternehmensgewinne deutlich unter den Konsenserwartungen liegen und wir daher mit Mindererträgen britischer Aktien gegenüber den meisten anderen größeren Aktienmärkten rechnen.

Europäische Immobilienaktien haben in diesem Jahr stark zugelegt, während US-Immobilienaktien schwach waren. Wir bleiben deshalb bei der Übergewichtung amerikanischer Immobilienaktien – denn wir glauben, dass sich diese Diskrepanz in den nächsten Monaten umkehrt, da die Nachfrage nach US-Immobilien vermutlich steigt.

Redaktionsschluss: 4. September 2017

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