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Die Zeiten bleiben gut für internationale Aktien

Blick auf die Welt, Investment Insight, Wöchentliches Strategie-Update

January 26, 2018 3 min
 

Warum ist die Volatilität so niedrig?

Bitte beachten Sie, dass dieser Beitrag Fachausdrücke enthält. Er eignet sich daher nicht für Leser ohne professionelle Investmenterfahrung.

Weltweit sind die Aktienmärkte in den ersten Wochen des neuen Jahres stark gestiegen (Abbildung 1, unten). Seit dem Jahreswechsel hat der MSCI All-Country World Index 6,3% zugelegt (Stand 23. Januar).

Abbildung 1: Guter Jahresanfang für internationale Aktien

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Der Jahresbeginn war hervorragend. Die Märkte knüpften an das Jahr 2017 an, als der Index in jedem einzelnen Monat gestiegen ist. Tatsächlich hat es sogar seit Oktober 2016 keinen Monat mit Verlusten mehr gegeben.

2017 erreichten die Aktienmärkte der Industrieländer wiederholt neue Höchststände. So verzeichnete der amerikanische S&P 500 Index im letzten Jahr über 60 Allzeithochs. Hervorragend war auch die Wertentwicklung großer Technologie- und Internetfirmen: Der Nasdaq erreichte im letzten Jahr 75 neue Allzeithochs und übertraf damit seinen Rekord aus dem Jahr 1999.

2017 verzeichnete der S&P 500 über 19% Plus, den sechsthöchsten Jahresertrag der letzten 20 Jahre. Nach Angaben von S&P Dow Jones Indizes war 2017 auch das erste Kalenderjahr seit 1928, in dem der Gesamtertrag des S&P 500 Index (also der Wertzuwachs einschließlich Dividenden) in jedem einzelnen Kalendermonat positiv war.

Ende Januar stieg der europäische Stoxx 600 Index auf den höchsten Stand seit 2015, und der Xetra DAX 30 hatte bereits kurzzeitig ein neues Rekordhoch erreicht. (Zu beachten ist, dass der wichtigste deutsche Benchmarkindex ein Ertragsindex ist, er also neben Kursgewinnen auch Dividenden und andere Ausschüttungen erfasst. Strukturell bedingt steigt er daher häufiger auf neue Höchststände.)

Warum ist die Volatilität so niedrig?

Es gibt mehrere Entwicklungen, die die Volatilität dämpfen:

  • Niedrige und berechenbare Zinsen, da die Notenbanken ihre unkonventionelle Geldpolitik nur mit äußerster Vorsicht zurückfahren
  • Der größte synchrone Aufschwung der Weltwirtschaft seit 2010: Er nährte die Hoffnung, dass die Erholung von der großen Finanzkrise 2008/09 jetzt endlich abgeschlossen ist.
  • Technologiebedingte Veränderungen an den Finanzmärkten, etwa die Entwicklung von ETFs und Finanzinstrumenten, mit denen Investoren „Volatilität verkaufen“ können.

Was kommt als Nächstes? Kann die Hausse auch 2018 weitergehen?

Die Bäume wachsen nicht in den Himmel, lautet ein altes Sprichwort. Aber zurzeit ist das Wirtschaftsumfeld gut für Aktien, und wie wir bereits in unserem Investmentausblick für 2018 geschrieben haben, werden die Notenbanken bis weit ins Jahr 2018 hinein in großem Umfang Wertpapiere kaufen. Die Kurse sind hoch – aber es sieht nicht so aus, als sei die Hausse bald vorbei.

Ein massiver Kurseinbruch?

Unter diesen Bedingungen überrascht es nicht, dass manche Beobachter eine „Kernschmelze“ der Märkte befürchten. Damit ist gemeint, dass angesichts des nicht enden wollenden Aufschwungs Investoren, die sich bislang zurückgehalten haben, jetzt ebenfalls einsteigen. Die Märkte würden dann weiter steigen, aber andere Investoren würden daraufhin kapitulieren.

Die Messung solcher massenpsychologischen Phänomene ist eher Kunsthandwerk als Wissenschaft. Wir beschränken uns daher auf das, was wir sehen. Auffällig ist zurzeit der Mangel an Euphorie. und die Berichtssaison der Unternehmen hat gut begonnen. Uns erscheinen US-Aktien allmählich etwas teuer, aber für europäische und japanische Titel sind wir optimistisch – wegen ihrer niedrigeren Bewertungen und der Aussicht auf einen Anstieg der Unternehmensgewinne über den Markterfahrungen.

Auch am Anleihemarkt keine Kernschmelze

Im Januar kam es zu einem Ausverkauf von Staatsanleihen. Die Rendite der zehnjährigen US-Benchmarkanleihe ist in Richtung 2,60% gestiegen und damit auf ein Niveau wie zuletzt im März 2017. Die Rendite der zehnjährigen deutschen Bundesanleihe stieg auf mehr als 0,50%, wie zuletzt im Juli.

Abbildung 2: Staatsanleiherenditen (Japan, USA, Großbritannien und Deutschland) seit 2000 (Stand 23. Januar 2018)

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Die Anleihehausse ist jetzt in ihrem 36. Jahr. Verständlicherweise beginnen Investoren angesichts des höheren Wirtschaftswachstums zu zweifeln, ob die Zinsen weiter so niedrig bleiben können.

Unserer Ansicht nach sind die Anleiherenditen aus strukturellen, langfristigen Gründen gefallen – etwa wegen der deflationären Tendenzen durch Globalisierung, Technologie und Alterung der Bevölkerung. Wir glauben, dass es so bleibt. Wir gehen davon aus, dass sich die Zehnjahresrenditen 2018 zumeist auf einem niedrigen Niveau seitwärts bewegen werden – wenn Inflationsdruck ausbleibt und die Notenbanken ihre Geldpolitik auch weiterhin nur behutsam straffen.

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